BETTINA SCHUMANN

Erster Jahrgang: 2015
Verrückt: ohne rote Schuhe geht gar nichts
Gesagt, getan: „Ich wollte immer etwas Eigenes machen. Nur ging das schneller als gedacht!“

Und noch eine Berlinerin. Bettina Schumann war bei ihrem Schlüsselerlebnis in Sachen Wein gerade einmal zwölf Jahre alt. Im Italien­urlaub mit den Eltern durfte die heute 35-Jährige einen Vin Santo aus 1905 probieren und war von der Frische dieses alten Tropfens schlagartig begeistert. „Als Jugendliche habe ich anstatt Nagellack Weinflaschen über meinen Vater gekauft“, erinnert sie sich schmunzelnd. Anstelle von Hochglanzmagazinen las sie Weinfachzeit­schriften, mit 16 lernte sie durch Zufall einen Weinfachhändler kennen, der sie mit auf Mes­­­­sen und Veranstaltungen nahm.

Es folgte das Weinbau- und Oenologiestudium in Geisen­heim, mit zusätzlichem Diplom an der italienischen Partner-Universität Udine, im Jahr 2009 eine Stelle als Betriebsleiterin beim Weingut Zimmerlin. 2010 dann der erste Schritt hin zu eigenen Projekten: Mit ihrem damaligen Part­ ner Ralph M. Ropohl gründete Bettina das Weinhaus Rabe. Ein Garagen-Weingut, mit Bur­gunder-Weinen aus alten Reben. Das Projekt läuft nach wie vor, aber die quirlige Berlinerin wollte etwas Eigenes. 2015 wechselte sie nicht nur den Job und ­ arbeitet seitdem als Oenolo­gische Beraterin, sondern produzierte auch den ersten offiziellen Jahrgang des Weinhauses Bet­tina Schumann.
 
Die Trauben kauft sie mit ge­­­nauen Qualitätsvorgaben von Partnerwinzern zu, mit dem 2016er Jahrgang hat sie mit 60 000 Flaschen ihre Produktionsmenge bereits mehr als verdoppelt. Produziert wird in Königschaff­hausen in den ehemaligen Räumen der St. Katharinen-Kellerei. Die Weinbezeichnungen wie „Famose Schose“ oder „Dit is der Clou vonʼt Janze“ zeugen von Bettinas Berliner Herkunft, rote oder goldene Schuhe (letzteres für die Premium-Linie) prangen auf den Etiketten. „Der rote Schuh ist mein Familien­wappen“, sagt sie lachend – und das Schuh­regal im Flur ihrer Wohnung in Bahlingen gibt ihr ohne Ausnahme Recht.

(Text von Silke Muffang, Meininger Verlag)